Zur
Geschichte der Jacobskirche in Arnstadt
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Im Zusammenhang mit dem
Wiederaufbau der beim großen Stadtbrand am 7. August 1581 größtenteils
zerstörten Bonifatiuskirche am Markt (Neue Kirche, seit 1935
Bachkirche) zwischen 1676 und 1683 wurde die ca. 35 m lange und 18 m
breite 13 Jacobskirche abgebrochen und ihre Steine für
diesen Neubau verwandt. Den Grund und Boden, auf welchem sie stand,
verkaufte man 1694 14. Hier befand sich später die
Maempelsche Posthalterei. Bei Ebnungsarbeiten fand man den Grundstein,
"auf welchem in der Mitte ein mit Glas und Schiefer bedecktes
Loch war (...)" 15. Wann man die drei Glocken vomTurm herabnahm, ist ungewiß. Jedenfalls scheint die kleinste, Anna, in das Schloß Neideck gekommen zu sein, wo sie zur Kirche läutete und 1701 zersprang. Sie wurde umgegossen, wog 2 ½ Zentner und war nach dem Tod von Anton Günther II. 1716 nur noch wenig in Gebrauch. Da man die Neideck ab 1763 abzubrechen begann, kam die Glocke 1767 in das neuerbaute Waisenhaus am Arnstädter Plan. Nach dessen Umgestaltung zur Irrenanstalt wurde die Glocke Anna am 20. April 1822 verkauft 16. |
Nun zurück zum Jacobsturm, an welchem sich 1659 erste Reparaturen notwendig machten. Eine Einschätzung vom Februar 1695 besagte, daß "der Thurm am Gemäurich sehr gut und unwandelbahr (im Sinne von makellos), im Tache (Dach) auch noch hinlänglich" erhalten war 17. |
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81 Jahre später, 1776, gingen dann die Sturmwinde so stark, "daß dieser spitzige St. Jacobs Thurm sich zu beugen schiene, dahero wurde für gut befunden, von der Spitze des Thurmes so viel abzunehmen, als faul Holz zu spüren, dieses betrug auf 10 Schuh (etwa 3 Meter) daß nachhero dieser Thurm ist kürzer worden (...)" 18. Am 11. August 1777 um 14 Uhr setzte der Schieferdecker Johann Ernst Neumeister nach der erfolgten Reparatur den Turmknopf wieder auf. Statt der Wetterfahne hatte man lediglich "eine Spitze, die einen Stern vorstellete" 19, angebracht. | |
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![]() Peter Unger (Archivar) Kontakt: Peter Unger WEB: www.wapuklo.de _______________________________ 10 Kreisarchiv Arnstadt, Bestand Stadt Arnstadt, Sig. 032-01, "Das Rothe Buch", Bl. 271 Rückseite. 11 22. Juni. 12 Wie Anm. 10. 13 Meiland, E.: Vom Markt zum Ried. In: Kulturspiegel, Sept. 1959, S. 9. 14 Hatham, A.. H. A.: Armstadt (...) Ein Hand- und Addressbuch. Sondershausen o. J. (1842), S. 152. 15 Hatham, A.. H. A.: a. a. O., S. 153. Hier findet sich auch die Inschrift des Steines mit den Heiligennamen Lucas, Jacobus, Mateus, Marcus, Laurentius und Johannes. 16 Hatham, A. H. A., a. a. O., S. 152. 17 Kreisarchiv Arnstadt, Bestand Stadt Arnstadt, Sig. 391-04-1, "Jacobsturm". 18 Wiegand, F.: Arnstadt von 1763-1792. In: Alt-Arnstadt. H. 11, Arnstadt 1936, S. 45. 19 Ebenda. Fotos: Frakar www.tuckerland.de; Dank an Herrn Peter Tischer (Stadtbauamt) für die freundliche Führung durch den Jakobsturm. |
Der oben stehehende Beitrag wurde übernommen aus der No. 71 der
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